Ob beim Lauftreff oder bei anderen Trainingsläufen im Wald: Beim Laufen oder Walken kann es jederzeit zu Notfällen kommen. Entscheidend ist nicht perfektes Wissen, sondern schnelles Handeln. Wer die Grundregeln „prüfen, rufen, retten“ kennt, kann im Ernstfall Leben retten.
Deshalb haben wir nach längerer Pause jetzt wieder einen Erste Hilfe-Kursus speziell für Laufgruppenbetreuer und Läufer bzw. Walker angeboten. Insgesamt 16 Teilnehmende frischten unter der Leitung von Justus Wieczorek ihre Kenntnisse auf. Justus, Viermärker Triathlet und außerdem Medizinstudent, vermittelte kompetent und praxisnah wichtige Basis-Kompetenzen.
Im Mittelpunkt stand zunächst der Ablauf einer Rettungskette. Die Teilnehmenden lernten, wie entscheidend dabei strukturiertes Vorgehen ist: vom Erkennen einer Notfallsituation über das Absetzen eines Notrufs bis hin zur Erstversorgung und Betreuung der betroffenen Person. „Besonders bei Schlaganfall oder Herzinfarkt zählt jede Minute“, machte Justus Wieczorek deutlich. Zentral dabei die Reanimation. Die Bedeutung der Laienreanimation ist dabei ein wichtiger Faktor. Durch die Laien-Herzdruckmassage kann die Überlebenschance des Patienten erheblich gesteigert werden.
In der Praxis übten die Teilnehmer die Reanimation an zwei Puppen und waren erstaunt, wie anstrengend es war, den Brustkorb der Puppen fünf bis sechs Zentimeter zu komprimieren und das 100–120-mal in der Minute. Justus Wieczorek machte Mut: „Bei der Laien-Reanimation kann man nichts falsch machen, außer man tut nichts.“
Darüber hinaus wurde das Erkennen und die Erstversorgung typischer Notfälle im Laufsport behandelt. Anhand von konkreten Symptomen lernten die Teilnehmenden, kritische Situationen frühzeitig zu erkennen und richtig zu handeln.
Ein weiterer wichtiger Baustein war außerdem die Orientierung im Wald. Gerade bei Gruppen, die auch abseits der Hauptwege unterwegs sind, kann es im Ernstfall schwierig sein, den eigenen Standort präzise zu beschreiben. Hier wurden hilfreiche Strategien vermittelt, etwa das Nutzen von markanten Punkten, GPS-Funktionen oder speziellen Apps, um Rettungskräften im Notfall den Weg zu erleichtern.
Auch umwelt- und belastungsbedingte Notfälle wie Hitzschlag und Hitzekrämpfe wurden thematisiert. Gerade bei sommerlichen Temperaturen ist es wichtig, Warnzeichen ernst zu nehmen und schnell geeignete Maßnahmen einzuleiten. Ebenso standen Stoffwechselprobleme wie Hypoglykämie sowie allergische Reaktionen auf dem Programm, die insbesondere bei längeren Läufen oder bekannten Vorerkrankungen eine Rolle spielen können.
Nicht zuletzt ging es um klassische Verletzungen im Laufsport: Stürze, Verstauchungen, Prellungen oder Muskelverletzungen. Hier wurden einfache, aber effektive Erstmaßnahmen vermittelt, die helfen, Folgeschäden zu minimieren und Betroffene bestmöglich zu versorgen. Hilfreich sind da natürlich auch unsere neuen Erste Hilfe-Taschen, in denen die Laufgruppenbetreuer alles Wesentliche für die Erstversorgung kleinerer Blessuren und Verletzungen finden.
Der Kurs hat deutlich gezeigt: Erste Hilfe ist keine Frage von Perfektion, sondern von Handlungsbereitschaft. Wer weiß, was zu tun ist, kann im entscheidenden Moment den Unterschied machen. Für uns Viermärker bedeutet das ein großes Plus an Sicherheit – und das gute Gefühl, auch in schwierigen Situationen füreinander da zu sein. Am Ende des interessanten und lehrreichen Tages waren sich alle Teilnehmer, diesen Kursus auf jeden Fall in regelmäßigen Abständen zu wiederholen.
Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle noch einmal an Justus, der uns mit Kompetenz und großem Engagement durch die Themen geführt hat.
Text: Tina Küper
Fotos: Gisela Wencker, Sigrid Meyer